Specialized RockShox Rookies Cup

Rennbericht: Race of the Year in Steinach

Nachdem die Downhill-Saison in diesem Jahr nicht so richtig loslegen konnte, war es nun das thüringische Steinach, wo ein erstes Rennen unter pandemischen Voraussetzungen stattfinden konnte. Etwa 210 Teilnehmer*Innen aus 14 Nationen waren dazu angereist.

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Die aktuelle Krise hat die Branche der Rennveranstaltungen fast völlig in die Knie gezwungen. Kaum ein Organisator sieht sich momentan in der Lage, unter den unsicheren Umständen und schwierigen Voraussetzungen ein Rennen durchzuführen. Somit mussten bisher alle Veranstaltungen des iXS Downhill Cups und des Specialized RockShox Rookies Cups abgesagt werden. Einzig konnte Anfang Juli das NotARace im österreichischen Schladming als Ersatz für etwa 30 eingeladene Fahrer*Innen ausgetragen werden.

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Aber nun wurde die Durststrecke durchbrochen, denn Steinach im Thüringer Wald wollte sich nicht so schnell geschlagen geben und konnte mit den Behörden ein Konzept erarbeiten, welches alle Belange berücksichtigt und trotzdem ein Rennen zulässt. Zugegebenermaßen ist ein Rookies Cup natürlich auch kein allzu großer Publikumsmagnet und mit der Beschränkung der Teilnehmerzahl konnte man dann auch die zahlenmäßige Grenze der Anwesenden unterbieten. Weiterhin wurde an einigen Stellen Maßnahmen ergriffen, um abgesehen von den üblichen Regelungen hinsichtlich Abstand, Hygiene und Maskenpflicht, möglichst ein Infektionsrisiko zu verringern. So wurden beispielsweise die Startnummernausgabe und die Trainingszeiten klassenspezifisch getrennt und die Siegerehrung durch eine schnelle Preisübergabe nach jeder Klasse ersetzt. Nichtsdestotrotz kann man als Veranstalter machen was man will, am Ende hängt alles vom Verhalten der Teilnehmenden ab. In Steinach kann man diesen jedenfalls keinen Vorwurf machen, denn entgegen vielen Regionen war das Thema Infektionsprävention dort allgegenwärtig und dem Schutz der Anwesenden angemessen.

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Steinach ist seit vier Jahren nun wieder Station des Rookies Cups und kann mit seiner Strecke mit 1750 Meter Länge und immerhin 250 Höhenmetern auch bei den jungen Sportlern und Sportlerinnen gut punkten. Der angemessene Schwierigkeitsgrad sowie die Atmosphäre mit Thüringer Bratwurst sind also perfekt für ein Nachwuchsrennen.

Chairlift - RDC Steinach 2020.jpg

Am Samstag war das Wetter sommerlich und somit war auch die Stimmung sehr entspannt. Die Strecke war vom nächtlichen Regen ziemlich nass und somit sehr fordernd, aber auch das schien dem Nachwuchs nichts auszumachen. Der Modus mit dem Rennen an zwei Tagen, der nun schon länger in Anlehnung an die iXS Cup Rennen angewendet wird, schafft genug Zeit zum Trainieren ohne jeglichen Stress. Ab 14.30 Uhr stand dann der Seeding Run auf dem Programmplan. Am Ende legte Mike Huter (SUI - Bikecorner Baar) aus der Klasse Boys U15 mit einer Zeit von 2:25.485 Minuten die Bestzeit des Tages vor.

Mike Huter - RDC Steinach 2020 © Racement | Sebastian Gruber Mike Huter - RDC Steinach 2020 © Racement | Sebastian Gruber

Der Sonntag startete dann wieder mit optimalem Sommerwetter. Die Strecke war mittlerweile schon gut ausgefahren und somit war nicht klar, ob die Zeiten im Vergleich zum Vortag schneller sein könnten. Die Trainingssession am Morgen wurde erneut gut genutzt, bevor es dann um 12.30 Uhr mit dem Finalläufen los ging. Die erste Startklasse war die Kategorie Boys U13. In dieser konnte sich, wie bereits am Vortag, Levin Klausmann (GER - Propain) mit einer Zeit von 2:42.969 Minuten durchsetzen und verwies damit wieder Raoul Schneeberger (SUI - Les 9 Roues) auf den zweiten Rang. Die Beiden haben dann schon mal einen Hinweis geliefert, dass es ziemlich schwer war, die Vortageszeiten zu unterbieten. Die nächste Klasse war dann die Boys U15, bei der erwartungsgemäß Mike Huter seine Dominanz erneut unter Beweis stellen konnte. Mit einer Zeit von 2:22.183 Minuten und fast acht Sekunden Vorsprung gewann der Schweizer vor Lino Neumann (GER) und sicherte sich damit am Ende des Tages sogar wieder die Bestzeit aller Teilnehmenden. Dritter wurde wie im Seeding Run Valentin Pohl (AUT).

Levin Klausmann - RDC Steinach 2020 © Racement | Sebastian Gruber Levin Klausmann - RDC Steinach 2020 © Racement | Sebastian Gruber

In der nachfolgenden Klasse Girls U13/U15 gewann Maxima Jaax (GER -TSG1847 Leutkirch), die mit 2:52.264 Minuten, die Vortagesbestzeit um acht Sekunden unterbot. Die Seeding Run Schnellste Lina Frener (AUT) konnte sich zwar auch um einiges verbessern, aber fand sich mit zwei Sekunden Rückstand dann doch „nur“ auf dem zweiten Platz wieder.

Maxima Jaax - RDC Steinach 2020 © Racement | Sebastian Gruber Maxima Jaax - RDC Steinach 2020 © Racement | Sebastian Gruber

Anschließend gingen die Girls U17/U19 an den Start und wie vermutet, fuhr Vanesa Petrovska (SVK - Deem Racing Team) mit unglaublichen 14 Sekunden Vorsprung vor Sophie Onions (SUI - Arosa Bike) auf den ersten Podestplatz. Ihre Zeit von 2:37.476 Minuten war damit dann auch die Bestzeit aller weiblichen Starterinnen, denn selbst Charlotte Germann (GER - Fox Racing Europe), die Gewinnerin der Klasse Open Women, konnte da nicht mithalten.

Vanesa Petrovska - RDC Steinach 2020 © Racement | Sebastian Gruber Vanesa Petrovska - RDC Steinach 2020 © Racement | Sebastian Gruber

Die Klasse Youth U17 war mit 53 Sportlern die zahlenmäßig größte Kategorie und auch wenn 85 Prozent der Teilnehmer aus Deutschland kamen, so musste sich die Gastgebernation am Ende doch einem Niederländer geschlagen geben. Luuk Cadée (NED - Team Cadée), der zwar im letzten Jahr schon bei drei Rennen der Serie in der U15 Klasse am Start war, aber dort nicht weiter auf sich aufmerksam machen konnte, schien diesmal einen perfekten Lauf runtergebracht zu haben, denn mit 2:33.614 Minuten lieferte er eine der ganz schnellen Zeiten ab. Hinter ihm reihten sich Phil Semmler (GER) und Jannis Kompauer (GER) ein.

Im lizenzierten Pendant dieser Klasse, der Kategorie Pro Youth U17, kam ein ziemlich bekannter Name in der obersten Zeile des Ergebnistableaus vor. Im letzten Jahr ging Henri Kiefer (GER - Canyon) noch in der Klasse Boys U15 an den Start und lieferte sich da ein ständiges Duell mit Mike Huter. Dieses Jahr wollte der nun 15-Jährige in den anderen iXS Rennen richtig angreifen, muss aber seinen Einstand in den höheren Serien noch etwas verschieben. Somit war auch diesmal seine Zeit viel beachtet. Sie reichte mit sieben Zehntelsekunden auf jeden Fall für den Sieg seiner Klasse, aber eben nicht für die Tagesbestzeit, denn er brauchte für den Kurs 2:22.193 Minuten, was immerhin nur eine Hundertstelsekunde langsamer war als die Zeit seines ewigen Konkurrenten aus der Schweiz. Auf dem zweiten Platz der einzigen nur-lizenzierten Klasse rangierte Robin Novotny (CZE - Cykloklematek Scott DH Team), gefolgt von Jesse Schulte (GER - RC Victoria Neheim).

Henri Kiefer - RDC Steinach 2020 © Racement | Sebastian Gruber Henri Kiefer - RDC Steinach 2020 © Racement | Sebastian Gruber

Nun fehlte also nur noch eine Klasse, die mit etwa 50 Fahrern die zweitgrößte des Rennens war. In dieser setzte sich Mike Schmickl (GER - Rad Sport Hügelland e.V.) an die Spitze und verwies damit Till Ohlendorf (GER - CasselWorldRacing) und Luis Kiefer (GER - Canyon) auf die nachfolgenden Plätze. Damit war das Rennen dann auch schon Geschichte und könnte wohl eines der großen Lichtblicke dieser Saison in Bezug auf Downhill-Wettbewerbe gewesen sein. Steinach hat auf jeden Fall seine Leidenschaft zum Sport bewiesen und man kann nur hoffen, dass die bereits seit längerer Zeit währenden Ideen zum Ausbau des Bikeparks bald in die Tat umgesetzt werden.

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