Rennbericht: Erster Lauf des RDC 2021

Steinach eröffnete Rookies Cup

Nachdem im letzten Jahr einzig im thüringischen Steinach die Fahne des deutschen Downhillsports hochgehalten werden konnte, wurde nun dort auch die 2021er Saison der Nachwuchsserie eröffnet. Eine anspruchsvolle Strecke und optimale Bedingungen waren die Zutaten für ein spannendes Rennen.

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Eigentlich sollte die Saison des Specialized RockShox Rookies Cups bereits Anfang Juni beginnen, doch auch in diesem Jahr hat die Coronakrise den Kalender noch einmal durcheinandergebracht. Nun ging es also mit etwas Verspätung los, und zwar im pandemieerprobten Steinach, wo mit gutem Konzept im vergangenen Jahr sowohl ein Rennen dieser Serie, als auch die Deutsche Meisterschaft ausgetragen wurden. Somit stand fest, dass wenn es irgendwo wieder losgehen kann, dann wahrscheinlich genau dort, schließlich hatten der Veranstalter und die jeweiligen Behörden schon einen wichtigen Erfahrungsschatz was ein sicher durchzuführendes Rennen anging. Nachdem aber nun überall die Fallzahlen extrem sanken und zum Rennwochenende dann nur noch marginal waren, konnte die Veranstaltung nach der gerade in krafttretenden Verordnung fast ohne Einschränkungen durchgeführt werden. Damit stand also einem perfekten und fast normalen Rennen nichts im Weg.

Ab der Mittelstation geht es in Steinach mit einem 2er Sessellift nach oben. Ab der Mittelstation geht es in Steinach mit einem 2er Sessellift nach oben.

Die 2020er Meisterschaftsstrecke mit 1.750 Metern Länge und 250 Höhenmetern wurde im gleichen Verlauf auch dem Nachwuchs angeboten. Der anspruchsvolle Kurs mit viel Waldboden, Wurzeln und Schieferpassagen konnte am Freitag bereits im Freien Training während der normalen Bikeparköffnung trainiert werden, wobei die Wetterbedingungen doch recht schwierig waren, da es bin in den frühen Nachmittag hinein regnete. Für alle, die diese zusätzliche Trainingszeit genutzt hatten, war es ein hartes Stück Arbeit, aber sicher teilweise auch gar nicht ganz ungünstig, schließlich wurde es danach immer trockener und an den darauffolgenden Tagen wesentlich einfacher zu fahren.

Freitagabend konnte man schon einmal vorab seine Startnummer abholen, um den Samstag etwas stressfreier zu beginnen. Freitagabend konnte man schon einmal vorab seine Startnummer abholen, um den Samstag etwas stressfreier zu beginnen.

Das Auftaktrennen der Serie war komplett ausgebucht. In den regulären Rookies Cup Klassen gingen 285 Nachwuchsathleten und -athletinnen aus immerhin 14 Nationen an den Start. Zusätzlich kam noch die Open Men Klasse, wodurch es einigen Vätern ermöglicht wurde, mit ihrem Nachwuchs gemeinsam am Rennen teilzunehmen. Die Kapazität der örtlichen Infrastruktur war absolut an der Grenze, aber natürlich wollte man nach einer so langen Durststrecke so vielen wie möglich die Chance auf ein Rennen bieten.

Die Liftschlange war teilweise wirklich lang, aber zum Glück passte das Wetter. Die Liftschlange war teilweise wirklich lang, aber zum Glück passte das Wetter.

Leider hat zwischendurch auch mal der untere Lift gestreikt, aber die Pläne der lokalen Verantwortlichen hinsichtlich einer Modernisierung und Erweiterung des Bikeparks und Skigebietes inklusive neuer Bergbahnen sind schon ziemlich fortgeschritten. Somit hoffen wir, dass die Nachsicht der Teilnehmenden bezüglich mancher nicht ganz optimaler örtlichen Bedingungen sich in naher Zukunft auszahlen wird. Dem Engagement des lokalen Veranstalters und seiner Crew ist insoweit kein Vorwurf zu machen, schließlich wird in Steinach immer wieder gezeigt, dass man mit viel Einsatz einiges für den Sport möglich macht.

Mittelstation mit noch recht leerer Tribüne am Samstagmorgen. Mittelstation mit noch recht leerer Tribüne am Samstagmorgen.

Los ging das reguläre Rennwochenende also am Samstag und das Wetter hätte nicht besser sein können. Die Strecke war fast vollständig abgetrocknet, was sich auch hinsichtlich der Traktion bemerkbar machte und somit konnten recht hohe Geschwindigkeiten gefahren werden. Nicht ganz untückisch war der Untergrund im Bereich der Mittelstation, wo sehr viel scharfkantiger Schiefer geröllartig auftrat und enorm viel Aufmerksamkeit erforderte. Wer sich dort auf der extra aufgebauten Tribüne niederließ, konnte Highspeed-Racing erleben und aufgrund des anschließenden fehlenden Baumbestandes auch noch die Fahrer und Fahrerinnen weit in den nächsten Abschnitt beobachten. Standardmäßig ist beim Rookies Cup allein schon durch die mitgereisten Familienmitglieder einiges neben dem Streckenrand los, so dass auch zum Seeding Run bereits ordentlich Stimmung gemacht wurde. Der Seriensponsor RockShox hatte an der Mittelstation einen Service-Stand, wo man bei technischen Problemen jederzeit vorbeikommen konnte, und dort fachkundige Hilfe bekam.

Bei diesem Kettenriss im Zeitlauf half auch kein Servicestand mehr was. Bei diesem Kettenriss im Zeitlauf half auch kein Servicestand mehr was.

Die Zeiten, die am Ende vorgelegt wurden, waren beachtlich und insbesondere der Vergleich der jungen Kategorien mit den Ergebnissen der älteren Klassen ließen den einen oder anderen sicherlich staunen. So war es beispielsweise, dass die Top 3 der Girls U13/U15 schneller waren, als die Bestzeiten der U17/U19 und Women. Oder auch die Boys U15 Zeit hätte in der U17 ein Top 5 Ergebnis und in der U19 und Open Men ein Top 10 Resultat eingebracht. Auch wenn solche Zahlenspiele vielleicht eher etwas für Analytiker sind und für manchen etwas zu weit führen, so versteht sich die Serie letztendlich doch als Talentschmiede und wird sicherlich noch mehr Ausnahmesportler*innen wie beispielsweise Valentina Höll hervorbringen, die gerade in der Weltelite ordentlich mitmischt. Auch Anastasia Thiele konnte bei ihrem dritten Platz beim Junioren Weltcup am Samstag von ihren Erfahrungen im Rookies Cup profitieren. Ihr Debut war im Übrigen an keinem anderen Ort als 2015 in Steinach. Somit ist ein etwas tieferer Blick manchmal gar nicht so schlecht, auch wenn die oberste Prämisse immer sein muss, dass der Spaß im Vordergrund steht.

Das BSS Team mit Betreuer beim Liniencheck. Das BSS Team mit Betreuer beim Liniencheck.

Der Sonntag startete dann wieder mit optimalen Bedingungen. Nach vier Stunden Trainingszeit ging es mittags los mit den Finalläufen. Schon sehr früh wurde deutlich, dass die Seeding Run Zeiten bereits sehr ordentlich waren, weil ein Unterbieten kaum möglich war. So richtig konnte auch keiner erklären, was an den Bedingungen anders war und wodurch die langsameren Zeiten zustande kamen. Zwischendurch fielen ein paar kleine Regentropfen, allerdings blieb es glücklicherweise dabei, so dass sich an den perfekten Verhältnissen nichts änderte. Insgesamt wurden Wettbewerbe in neun verschiedenen Wertungsklassen ausgefahren, so dass eine Erwähnung der jeweiligen Podiumsplätze die Lesbarkeit dieses Berichtes wesentlich einschränken würde. Die Ergebnisse gibt es wie immer auf der Webseite.

Rosa Marie Jensen (DEN) und Lina Frener (AUT) im Red Bull Hot Seat nach ihrem Lauf. Rosa Marie Jensen (DEN) und Lina Frener (AUT) im Red Bull Hot Seat nach ihrem Lauf.

Das Auftaktrennen war auf jeden Fall ein gelungenes Spektakel. Die Strecke in Steinach war ein absolut würdiger Schauplatz und auch das familiäre Drumherum liefert einen schönen Rahmen, so dass die vielen Eltern und Betreuende sicherlich auch eine angenehme Zeit hatten. Weiter geht es dann mit einem völlig neuen Ort im Kalender. Der zweite Lauf führt die Nachwuchssportler und -sportlerinnen zum Katzenkopf im österreichischen Leutasch.

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