Specialized Rookies Cup & iXS Rookies Champs

Rennbericht: Serfaus-Fiss-Ladis

Am vergangenen Wochenende ließ Serfaus-Fiss-Ladis den Nachwuchs einmal ganz hochleben. Nachdem am Samstag die Gewinner des Specialized Rookies Cups ermittelt wurden, stand am Sonntag mit den iXS International Rookies Championships das Saisonhighlight an.

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Bereits zum fünften Mal wurden im österreichischem Serfaus-Fiss-Ladis die Kona Rookie Games ausgetragen. Bei diesem Festival stehen die Nachwuchsathleten im Vordergrund und eine Woche lang dreht sich alles nur um die Stars von morgen. Die Attraktivität dieser Veranstaltung unterstrich einmal mehr die hohe Teilnehmerzahl, denn das Rennen war mit 270 Startern aus 25 Nationen ausgebucht. Begonnen hat das alljährliche Saisonhighlight bereits am Montag mit dem Rookie Camp. Neben viel Spaß auf dem Fahrrad standen für die 30 Teilnehmer auch Kurse, beispielsweise im Umgang mit Medien, oder Yogaübungen auf dem Programm.

So richtig los ging es dann aber am Donnerstag mit der Startnummernausgabe und dem Track Walk. Der Großteil des Teilnehmerfeldes war schon so früh angereist, so dass es am Freitagmorgen dann ohne Verzögerung mit dem obligatorischen Training losgehen konnte. Die Bedingungen waren perfekt und die im Vergleich zum Vorjahr teilweise veränderte Streckenführung schien gut anzukommen. Trotzdem kam so langsam auch die nötige Anspannung auf, schließlich ging es nach dem Mittag schon darum, sich in eine gute Ausgangsposition zu bringen. Ab 13.00 Uhr startete der Seeding Run, bei dem es einerseits wichtige Punkte für die Gesamtwertung gab, aber eben auch um die Startaufstellung für das Finale des fünften Laufs des Specialized Rookies Cups, der dann wiederum als Seeding Run für die iXS International Rookies Championships gewertet werden würde.

Finish  - RDC Serfaus-Fiss-Ladis 2018.jpg

Nach dem Seeding Run stand noch ein weiteres Highlight auf dem Programm. Wie immer in Serfaus-Fiss-Ladis gab es die Family Challenge, bei der die Zeit eines Elternteils mit der des Nachwuchses addiert wird. Diesmal gingen 26 Paarungen an den Start, wobei sich am Ende Jonas und Reiner Göweil die Bestzeit holten.

Der Samstag startete wieder perfekt sommerlich. Die Nachwuchssportler versuchten am Morgen noch ihre Linien zu festigen, bevor es dann am Nachmittag ernst wurde. Die Strecke war extrem trocken und an nicht wenigen Stellen auch ordentlich ausgefahren. Einige Teilnehmer hatten damit sichtliche Probleme, beispielsweise schien die Trockenheit den Briten irgendwie ungewohnt zu sein und am Ende konnte auch keiner von ihnen sich auf dem Podest platzieren. In den jüngsten Klassen setzten sich die Favoriten durch. Schnellster der U13 Boys war Mike Huter (SUI - DMBikecorner), der damit sein viertes Rennen des Cups gewinnen konnte und somit verfrüht die Serienwertung in der Tasche hatte. Extrem hart umkämpft war die Klasse U15, bei der sich am Ende Jackson Goldstone (CAN - Fox) vor Loic Martin (FRA - Commencal) und Léo Abella (FRA - Commencal Réunion) den Sieg sicherte. Schnellste der Klasse U13/U15 Girls war trotz eines Sturzes Izabela Yankova (BUL - Riders United).

Podium U15 Boys - Specialized Rookies Cup

Wie bereits in den letzten Jahren wurde das Rennen live auf verschiedenen Plattformen übertragen. Als Kommentatoren agierten im englischen Stream Si Paton, ehemaliger Organisator der Britischen Downhill Serie und im deutschen Pendant Chisi Speckle, der Veranstalter des Europacup-Rennens im Bikepark Brandnertal. Beide konnten durch enorm viel Insiderwissen glänzen und ließen auch im Livestream den Nachwuchsfahrern die Anerkennung zu kommen, die sie als zukünftige Stars verdienen.

Am Sonntag kam es dann also zum Showdown. Seit nunmehr fünf Jahren werden in Serfaus-Fiss-Ladis die iXS International Rookies Championships ausgetragen. Dieser weltweit einzigartige Wettbewerb für alle Altersklassen, die keine offizielle Weltmeisterschaft der UCI haben, konnte sich fest etablieren und vergibt die wohl prestigeträchtigsten Titel für den Downhillnachwuchs. Die Bedingungen waren für diese hochkarätige Veranstaltung durchaus angemessen, denn sommerliche Temperaturen ohne Niederschlag sind ein Garant für die perfekte Atmosphäre.

Clouds - RDC Serfaus-Fiss-Ladis 2018.jpg

Am Morgen gab es noch einmal eine Trainingssession für alle Young Guns, aber nachdem manche schon seit Montag an den verschiedenen Angeboten teilnahmen, hieß es für den einen oder anderen auch, sich die Kräfte gut einzuteilen. Pünktlich 12.00 Uhr startete dann das Rennen um die Titel. Aufgrund der Liveübertragung wurden die Startabstände der jeweils letzten Fahrer der einzelnen Klassen erhöht, so dass diese in der Übertragung ausreichend gezeigt werden konnten. Wie bereits in den letzten Jahren wurde im Ziel das Rennen auf einem riesigen Screen übertragen, so dass dieses Event auch für Zuschauer und natürlich die Eltern der Protagonisten optimal aufgestellt war.

Screen - IRC Seraus-Fiss-Ladis 2018.jpg

Die erste Klasse waren die Girls U13, allerdings in diesem Jahr nur mit Chloe Tschumi aus der Schweiz als einzige Teilnehmerin besetzt. Danach standen die Boys dieser Alterskategorie am Start. Am Ende sicherte sich nicht ganz unerwartet Mike Huter die schnellste Zeit und den Meistertitel. Der Schweizer brauchte für den 1,5 Kilometer langen Kurs 3:14.976 Minuten und fuhr damit einen Vorsprung von etwa neun Sekunden ein. Zweiter wurde Johannes Hörl (AUT - HPC Leogang), gefolgt von Luis Kelch (GER - BPA Racing).

Mike Huter scheint in diesem Jahr das Maß aller Dinge © Rick Schubert Mike Huter scheint in diesem Jahr das Maß aller Dinge © Rick Schubert

Anschließend ging die weibliche U15 Klasse auf den Kurs. Wie schon am Vortag ließ die Bulgarin Izabela Yankova nichts anbrennen und sicherte sich die Bestzeit und den begehrten Titel. Zweite wurde Marie Aichner (ITA - ASV-St.Lorenzen), Dritte Melina Bast (GER - Propain Gravity Kids).

Podium U15 Girls © Rick Schubert Podium U15 Girls © Rick Schubert

Danach startete die mit 60 Athleten stark besetzte Klasse der U15 Boys. Die erste wirklich ernstzunehmende Zeit legte der nach seiner Verletzung von Willingen wieder genesene Henri Kiefer (GER - SRAM Young Guns) vor, die jedoch sofort wieder vom nachfolgenden Fahrer, Evan Gissler (FRA - Kellys Bicycles France), kassiert wurde. Der nächste Starter war mit Léo Abella (FRA - Commencal Réunion) erneut ein Franzose und auch er konnte unterbieten. Nun standen nur noch zwei Fahrer am Start. Zweitschnellster des Vortags war Loic Martin (FRA - Commencal), der wieder einen extrem guten Lauf runterbrachte. Für ihn reichte die Zeit für den Platz in der Mitte des Red Bull Hot Seats, was bedeutete, dass nur noch Jackson Goldstone etwas gegen den französischen Tripple-Erfolg ausrichten konnte. Der aus Whistler stammende Wirbelwind, der auf vielen Sportgeräten herausragende Skills besitzt, schaffte das Unmögliche und unterbot die Zeit von Martin noch einmal um zwei Sekunden und ist damit der Rookie Champion 2018.

Jackson Goldstone scheint immer gute Laune zu haben © Rick Schubert Jackson Goldstone scheint immer gute Laune zu haben © Rick Schubert

Die danach startende Klasse der U17 Girls brachte einen harten Wettbewerb hervor. Die jungen Damen schenkten sich nichts und am Ende sicherte sich die Schnellste des Vortages auch den Titel. Hinter Leona Pierrini (FRA - Cycle Omega FRC) reihten sich Beani Thies (RSA - Greg Minnaar Racing) und Anastasia Thiele (GER - Propain Gravity Kids) ein. Aber die spannendste Ermittlung der Schnellsten gab es dann in der U17 Klasse. Ständig änderte sich die Hot Seat Besetzung. Als Viertletzter ging Robert Johanson (EST - Fun Times Crew) auf den Kurs und legte die Bestzeit vor. Danach kam Marko Niemiz (SLO - Sinter Brakes Team), der eine sensationelle Fahrt hinlegte, aber trotzdem ganz knapp hinter der Zeit vom Esten landete. Nun war Gabriel Wibmer (AUT - Free Ride Osttirol) an der Reihe, aber er wurde ein Opfer der extrem staubigen Zustände und rutschte von der Strecke. Am Ende bedeutete dieser Zeitverlust für ihn bloß Platz Neun.

Gabriel Wibmer war sichtlich enttäuscht © Rick Schubert Gabriel Wibmer war sichtlich enttäuscht © Rick Schubert

Und dann kam Nuno Zuzarte Reis (POR - Commençal), der bereits im letzten Jahr das Rennen in der U15 Klasse gewinnen konnte. Der junge Portugiese schien perfekt mit den Bedingungen klar zu kommen, so dass er die bisher vorgelegte Zeit noch einmal um neun Zehntelsekunden unterbieten konnte und sich mit 2:55.866 Minuten erneut den Titel sicherte. Somit war das Podium besetzt mit Nuno Zuzarte Reis auf dem Ersten, Robert Johanson auf zwei und Marko Niemiz auf drei.

Flower Ceremony U17 Boys © Rick Schubert Flower Ceremony U17 Boys © Rick Schubert

Eins steht damit auf jeden Fall fest, der Bikepark Serfaus-Fiss-Ladis weiß, wie man ein Rennen für die Stars von morgen auf die Beine stellt. Ganz sicher wird man von den Titelträgern in Zukunft noch viel hören, schließlich haben es einige der vergangenen Rookie Meister bis ganz nach oben geschafft. Weiter geht es für den Nachwuchs nun im September mit dem Finale des Specialized Rookies Cups in Schöneck in Deutschland.

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